Christian Prelle
Deutschland

Hier kommt ein Text dazu wo und was für ein Programm vom Teilnehmer absolviert wurde...

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    Florida USA

    Ein Jahr unter Palmen (Florida USA)

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    21. August 2018

    Heute kommt mir alles wie ein Traum von einem anderen Leben vor, wenn ich an diese Zeit zurückdenke! Mein Jahr mit ehighschool hat mich, denke ich, so geprägt wie kein anderes.

     

    Im Sommer sollte es für mich nach New Port Richey, Florida gehen, aber erst einmal begann meine aufregende und gefühlt viel zu lange Vorbereitungsphase. Von Freundinnen aus der Schule erfuhr in von ehighschool und meldete mich sofort an, fast ein Jahr früher als notwendig, weshalb ich sehr viel Zeit hatte, mich auf meine Auslandserfahrung zu freuen, und auch schon zeitig nach einer Gastfamilie gesucht wurde. Im April schrieb mich dann meine zukünftige Gastmutter auf Facebook an, und von da an stieg die Aufregung nur noch, und die Zeit mitsamt Vorbereitungstreffen, dem Packen und Verabschieden verging wie im Flug.

     

    Ich hatte den Gruppenflug gebucht, und so traf ich in Frankfurt schon viele andere Schüler, die mit ehighschool ein Jahr in den USA verbrachten, was eine riesige Erleichterung für mich war, da der Flug schnell verging und alle die gleiche Aufregung verspürten.

    Wir flogen alle erst einmal nach Washington D.C., wo wir uns mehrere Tage lang in den USA einlebten, die Zeitverschiebung verkrafteten und uns alle besser kennenlernten. Ich muss sagen, dass mir die ersten Tage sehr halfen, entspannt zu meiner Gastfamilie nach Florida zu fliegen und nicht ganz so verloren auf dem großen neuen Kontinent zu sein.

     

    Meine Gastmutter holte mich mit meinen 2 kleinen Gastschwestern vom Flughafen ab, und dann gingen wir mit meinem Gastvater essen, der gerade noch arbeiten war. Von Anfang an fühlte ich mich sehr wohl bei meiner Gastfamilie, die aus meiner Gastmutter Katie, meinem Gastvater Warren und den zwei kleinen Töchtern Sadie und Bailey bestand, die zu dem Zeitpunkt vier und eineinhalb Jahre alt waren. Ich hatte in meiner Bewerbung geschrieben, dass ich gerne jüngere Gastgeschwister hätte, und so hatte ich Glück mit den beiden Kleinen, die mir sofort ans Herz wuchsen und mich am Ende fast nicht mehr gingen ließen.

     

    Meine Gastfamilie wohnte in einem typischen „floridianischen“ Einfamilienhaus in einer ruhigen Nachbarschaft, hinter dem Haus war ein Gemeinschaftspool und ein Garten, in dem wir regelmäßig BBQs veranstalteten. Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer, das meine Gastfamilie extra für mich eingerichtet hatte mit allem, was ich brauchte.

    Insgesamt war das Zusammenleben von uns Fünfen sehr entspannt und meine Gasteltern integrierten mich sofort in den Familienalltag, was mir sehr gefiel. Anfangs hatte ich mit dem amerikanischen Englisch noch ein paar kleine Probleme, da die Redewendungen usw. doch neu für mich waren, aber ich lernte sehr schnell.

     

    Drei Tage nach der Ankunft bei meiner Gastfamilie begann schon der erste Schultag an meiner neuen Schule, der Fivay High School. Ich wurde immer mit dem Schulbus von zu Hause abgeholt und war dann 20 Minuten später in der Schule, an der ich die elfte Klasse besuchte. Da ich die bis dahin erste und einzige Austauschschülerin an der Schule war, lief nicht alles ganz geplant ab, ich hatte jedoch Hilfe von meinem Guidance Counselor, der mir immer zur Seite stand und mir auch mit der Fächerwahl half. So belegte ich die Fächer Algebra, Journalismus, Englisch, Chor, Geschichte und Spanisch, die auch in dieser Reihenfolge jeden Tag stattfanden. Zwischen den Stunden hatte ich kurze Pausen und eine lange Lunch Pause, in der ich in der Schule das günstige Schulmittagessen mitessen konnte. Um 14:30 Uhr war meine Schule vorbei und der Schulbus brachte mich wieder nach Hause.

     

    Die Schule in Florida war ganz anders, als in Deutschland, der Unterricht wurde anders gehalten und war viel leichter, die Schule an sich wurde von den Schülern viel mehr unterstützt (man konnte den School Spirit förmlich spüren), vor allem jedoch die Sportteams. Dadurch, dass meine Schule mit 1200 Schülern recht groß war, gab es viele Sportangebote und Veranstaltungen, zu denen ich auch oft ging. Ich belegte in der Schule keinen Sport Club, da die Tryouts schon vorbei gewesen waren, als ich ankam, arbeitete jedoch fleißig am Jahrbuch der Schule mit und sang im Chor. Außerhalb der Schule fing ich dann noch an, Jazz Dance zu tanzen, mit meiner Gastmutter zum Zumba zu gehen, und in der Kirche meiner Gasteltern gab es jeden Mittwoch einen Jugendtreff, zu dem ich ging. Meine Gastfamilie gehörte der mormonischen Kirche, einer Konfession, von der ich in Deutschland nichts gehört hatte. Ich entschloss mich aber, sonntags mit in die Kirche zu kommen, um alles kennenzulernen, und auch dort wurde ich mehr als herzlich aufgenommen und lernte viele Jugendliche in meinem Alter kennen. Alles in allem probierte ich also recht viele Hobbies aus und traf so über das Jahr viele tolle Menschen, mit denen ich jetzt noch gut in Kontakt stehe und die ich in der Zwischenzeit auch schon besucht habe.

     

    Als ich in Florida ankam, besuchte mich nach wenigen Tagen meine Betreuerin vor Ort, Jessica, die ab dann einmal im Monat ein Event mit allen anderen Austauschschülern der Region organisierte. Also fuhren wir zum Beispiel zusammen zu einer Kürbisfarm, in Vergnügungsparks und machten eine Pool Party, was immer sehr Spaß machte. Jessica war sehr engagiert, unsere Familien kennenzulernen und gab uns Austauschschülern immer ein umsorgendes Gefühl.

     

    Während meinem Jahr in New Port Richey erlebte ich unglaublich viel, lernte wunderbare Leute kennen und konnte viel verreisen. Ich machte mit meiner Gastfamilie zwei Wochen einen Roadtrip durch die Südstaaten, einmal fuhren wir für ein Familientreffen nach Texas und über Weihnachten flogen wir für zwei Wochen nach Oregon zu meinen Gastgroßeltern, und so hatte ich die Möglichkeit, viele verschiedene Teile der USA zu sehen.

     

    Zu den besonderen Highlights meiner Auslandserfahrung zählen, denke ich, genau diese Reisen mit meiner Gastfamilie, die Besuche der vielen Freizeitparks und Strände in Florida, aber auch der Homecoming und Prom Ball an meiner Schule, denn beide waren für mich eine ganz neue und wunderschöne Erfahrung. Außerdem war es für mich sehr spannend, die amerikanischen Feiertage, wie Thanksgiving, aber auch Halloween, Weihnachten und sogar den Valentinstag mitzuerleben, die doch alle in einem anderen Stil als bei uns gefeiert wurden. Zu Thanksgiving feierte ich zum Beispiel mit der ganzen Familie meiner Gastmutter, die aus verschiedenen Teilen des Landes angereist war, und so wurde ich überall stolz präsentiert und konnte mit allen den typischen Turkey und verschiedenste American Pies probieren.

     

    Alles in allem verging meine Zeit in Florida wie im Flug, weil ich so viel Neues erlebte und mich  sehr wohl fühlte, deshalb habe ich mein Auslandsjahr mit ehighschool in bester Erinnerung und merke immer noch, wie viel mich diese Zeit gelehrt hat. Ich bin viel selbstständiger geworden, kann offener auf neue Menschen zugehen, habe ein selbstsicheres Auftreten und mich in die englische Sprache verliebt, sodass ich nun auch auf Englisch studiere. Außerdem habe ich wundervolle Menschen kennengelernt und werde mit meiner Gastfamilie immer ein zweites Zuhause in den USA haben.

     

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